11 Profi-Tricks für Handy-Bilder
Das Handy taugt nicht nur für Schnappschüsse. Mit ein paar Kniffen machen auch Amateure hochwertige Aufnahmen.
Veröffentlicht am 22. Mai 2018 - 08:54 Uhr,
aktualisiert am 24. Mai 2018 - 08:43 Uhr
Das Format des Fotos sollte man in der Regel dem Objekt anpassen: Hochhäuser, Kirchen, Giraffen oder Porträts im Hochformat, Landschaften eher quer.
Bei Landschaftsbildern gilt: niemals den Horizont in die Bildmitte. Vielmehr sollte der Himmel einen Drittel des Bilds einnehmen und der Boden zwei Drittel – oder umgekehrt. Motive im Vordergrund besser nicht mittig, sondern etwas nach rechts oder links versetzt im Bild platzieren.
Jede Kamera-App kann ein Raster oder eine Wasserwaage ins Display einblenden. Die waagrechten Linien verhindern einen schiefen Horizont, an den vertikalen Linien lassen sich etwa Hochhäuser ausrichten.
Am Mittag sorgt eine grelle Sonne für hohe Kontraste und harte Schatten, während eine dichte Bewölkung alles flach und konturlos wirken lässt. Besser eignet sich das klare Licht nach Sonnenaufgang, das warme Licht vor Sonnenuntergang oder unter einer leichten Wolkendecke. Bei grosser Helligkeit oder Gegenlicht sorgt die HDR-Funktion und bei Porträts ein zugeschalteter Blitz für eine ausgewogenere Belichtung heller und dunkler Bereiche.
Porträts wirken am besten vor einem unscharfen Hintergrund. Platzieren Sie die Person einige Meter vor den Hintergrund (etwa eine Hauswand) und gehen Sie mit der Kamera nah an sie heran. Teure Smartphones mit Doppelkamera erzeugen Schärfentiefe. Bei anderen kann man mit Apps nachhelfen, zum Beispiel «Fore» (iOS) oder «Facetune» (iOS, Android).
Nachtaufnahmen mit Blitz sehen meist unnatürlich aus und verwackeln schnell. Manchmal kann man die Szene mit einer anderen Lichtquelle in der Nähe (Strassenlaterne, LED-Licht eines zweiten Handys) zusätzlich ausleuchten. Bei wenig Licht braucht die Kamera eine längere Verschlusszeit.
Hier helfen Apps wie «Slow Shutter Cam» oder «NightCap» (iOS) respektive «Camera FV-5» oder «Long Exposure Camera 2» (Android). Sie lassen längere Belichtungszeiten zu.
Für Aufnahmen mit wenig Licht braucht die Kamera einen festen Stand. Man kann das Handy aufstützen oder ein Stativ benutzen. Eine Auslöseverzögerung, die sich in der Kamera-App auf mehrere Sekunden einstellen lässt, vermindert das Risiko, das Bild zu verwackeln. Als wackelfreier Auslöser kann auch die Plus-Taste am angeschlossenen Ohrhörer dienen. Wer selbst mit aufs Bild will, verwendet einen Bluetooth-Fernauslöser.
Wenn das Bild zu hell oder zu dunkel ist, lässt es sich auch mit der vorinstallierten Foto-App korrigieren. Der Regler für Helligkeit macht die gesamte Aufnahme heller oder dunkler, die Regler für Licht und Schatten beeinflussen das Bild gezielter.
Nicht immer drückt man den Auslöser zum exakt richtigen Zeitpunkt. Ab dem iPhone 6s nimmt die Kamera bei eingeschalteter Live-Funktion 1,5 Sekunden vor und nach dem Drücken des Auslösers Fotos auf. Aus diesen drei Sekunden kann man das beste Bild auswählen. Auf Android rüstet die Google-App «Motion Stills» die Live-Funktion nach. Alternativ macht man Serienaufnahmen, indem man den Auslöser länger gedrückt hält. Anschliessend wählt man das beste Bild aus.
Smartphones speichern Bilder standardmässig im komprimierten JPEG-Format. Korrekturen sind damit nur noch beschränkt möglich. Ab iPhone 6s respektive Android 5.0 kann man Fotos im RAW-Format machen, das die Rohdaten speichert. Belichtung, Farbsättigung, Kontrast, Schärfe und Aufnahmefehler sind so besser zu korrigieren.
Gute Apps sind etwa «Flannl RAW Camera» (iOS) oder «Open Camera» (Android); «Lightroom» (iOS, Android) bringt auch gleich gute Bearbeitungswerkzeuge mit. RAW eignet sich für kreative Fotos, braucht aber bis zu zehnmal so viel Speicherplatz.
Vorsatzlinsen erweitern die optischen Fähigkeiten des Smartphones und sorgen für Weitwinkel-, Tele-, Makro- oder Fischaugeneffekt. Sie sind ab 20 Franken erhältlich und lassen sich ans Handy klemmen.
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