Wer in der Schweiz älter als 75 Jahre ist, muss regelmässig zur medizinischen Fahreignungsprüfung. Eine Studie im Auftrag des Bundesamts für Strassen (Astra) stellt die heutigen Verfahren teilweise in Frage. Die Reaktionen in der Kommentarspalte fallen unterschiedlich aus.

Einige Leserinnen und Leser berichten von positiven Erfahrungen mit freiwilligen Fahrstunden oder Kontrollfahrten. Josef Seiler schreibt: «Als Rotkreuzfahrer habe ich ab 75 alljährlich eine Fahrstunde mit einem Fahrlehrer oder einer Fahrlehrerin.» Die Fahrstunden seien «sehr wertvoll», die Aufmerksamkeit im Verkehr werde grösser, und er fühle sich sicherer.

Partnerinhalte
 
 
 
 

Fahrstunden statt Gefälligkeitszeugnisse

Ähnlich sieht es Jürg Schmid. Der 78-Jährige macht nach eigenen Angaben seit acht Jahren alle zwei Jahre eine Testfahrt mit einem Fahrlehrer. Die Untersuchungen beim Hausarzt seien dagegen «meistens nicht aussagekräftig, da nur Gefälligkeitszeugnis». Würden alle Seniorinnen und Senioren gleich streng geprüft, «hätten wir mindestens einen Drittel weniger Senioren auf der Strasse».

Leser Roland Fuchs würde die Kontrollen sogar ausweiten. Er wird nächstes Jahr erstmals zur Prüfung aufgeboten: «Meines Erachtens ist dies eine absolute Notwendigkeit», schreibt der 74-Jährige. Was er auf den Strassen bei älteren Fahrerinnen und Fahrern erlebe, sei teilweise «haarsträubend». Sein Fazit: «Von mir aus bereits ab 70 Jahren testen!»

Beratung mit Chatbot

Alter allein sei kein Kriterium

Andere Stimmen finden hingegen, dass das Alter allein wenig über die Fahrtauglichkeit aussagt. Ruth Brotzer schreibt: «Nur die Alterszahl ist nicht wesentlich.» Es gebe auch viele jüngere Fahrerinnen und Fahrer, die das Autofahren nicht beherrschten.

Auch Theodore Grau hält das Alter für zweitrangig. «Alter ist meiner Meinung nicht relevant, sondern Fahrpraxis. Mit dem heutigen dichten Verkehr gemischt mit dem aggressiven Verhalten einiger Verkehrsteilnehmer spielt das immer mehr eine Rolle.» Edith Ganter geht noch einen Schritt weiter. Sie findet einen Fahrprüfungstest ab 75 «masslos übertrieben». Die Prüfung der Fahrtauglichkeit durch den Hausarzt reiche ihrer Meinung nach aus.

Leserin Claudia Cantieni hat freiwillig einen Fahrkurs besucht. «Das Alter ist meiner Ansicht nach nicht der entscheidende Faktor in dieser Frage», kommentiert sie. Nach 50 Jahren unfallfreiem Fahren habe ihr die Fahrt mit einem Fahrlehrer die Gewissheit gegeben, dass sie gut und sicher unterwegs sei. Sie befürwortet nebst ärztlichen Checks auch einen Fahrtests: «In welchem Alter diese stattfinden sollten, ist schwer zu definieren. Aber lieber früher als zu spät.»

Wie sehen Sie das?

Braucht es Fahrtests für Seniorinnen und Senioren? Oder sagt das Alter wenig über die tatsächliche Fahrtauglichkeit aus? Diskutieren Sie mit in der Kommentarspalte.