«Es schmerzt mich, zu sehen, wie die Bäume leiden»
Hitze und Dürre setzen dem Schweizer Wald zu. Gleichzeitig sorgt ein Gerichtsurteil zur Haftung bei abbrechenden Ästen für Diskussionen in der Community.

Veröffentlicht am 25. August 2026 - 17:32 Uhr

Förster Urs Steck beobachtet seit Jahren, wie Hitze und Trockenheit den Wald in Möhlin verändern. Auch unsere Community ist besorgt über den Zustand des Waldes.
Hitze und Dürre setzen unseren Bäumen zu. Besonders Buchen leiden unter der extremen Trockenheit. Äste können ihre Stabilität verlieren und abbrechen. Förster Urs Steck aus Möhlin AG beobachtet die Entwicklung seit Jahren.
«Die Folgen der jetzigen Hitzewelle sehen wir nächstes Jahr», sagt Steck. Ob sich geschädigte Bäume wieder erholen, zeige sich teilweise erst im Frühling. Gleichzeitig hat Steck bereits begonnen, den Wald umzubauen und andere Baumarten anzupflanzen: Eichen und weitere Arten, die lange Perioden von Trockenheit besser vertragen.
Auch die Beobachter-Community auf Social Media macht sich Sorgen um den Zustand des Waldes.
Sag mal: Wie geht es dem Wald?
«Die Wälder sind unsere Lebensgrundlage»
Mehrere Nutzerinnen und Nutzer berichten, dass sie die Veränderungen bei ihren regelmässigen Waldbesuchen beobachten. «Ich bin fast täglich im Wald, und es schmerzt mich so sehr, zu sehen, wie die Bäume leiden», schreibt jemand. «Die Wälder sind unsere Lebensgrundlage.»
Eine andere Nutzerin ist mehrmals pro Woche im Wald und beobachtet, wie sich der Zustand verschlechtert. Das mache ihr Sorgen. Gleichzeitig kritisiert sie, wofür der Bund Geld ausgibt, und fragt sich, «wie man so blind sein kann». Andere schlagen vor, was Förster Steck bereits macht: «Vielleicht sollte man hitzebeständigere Bäume pflanzen.»
Wer trägt Verantwortung?
Die Trockenheit bringt noch ein anderes Problem mit sich. Laut Steck können Äste an Stabilität verlieren und abbrechen. Solche Schäden seien nicht immer vorhersehbar.
Ein Gerichtsfall im Kanton Freiburg hat in der Forstbranche eine grosse Debatte ausgelöst: Eine Frau wurde von einem abgebrochenen Ast getroffen und sitzt jetzt im Rollstuhl. Das Kantonsgericht verurteilte den Förster wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung.
Eine Person aus der Beobachter-Community findet, dass Waldbesucherinnen und Waldbesucher selbst Verantwortung tragen sollten: «Man muss mit offenen Augen und Ohren durch den Wald gehen.» Sie findet es bedenklich, jemanden für die Vorgänge in der Natur verantwortlich zu machen.
Wie sehr beschäftigt Sie der Zustand unserer Wälder? Und wer sollte die Verantwortung tragen, wenn die grosse Trockenheit zu Astbrüchen führt und Menschen verletzt werden? Sollen dann Förster und Waldbesitzer haften, oder gehört dieses Risiko zu einem Waldbesuch dazu? Diskutieren Sie mit in der Kommentarspalte.




