Die Do-it-Baumärkte der Migros sind bald Geschichte. Mehr als 600 Stellen fallen in 31 Filialen weg. Die Migros begründet die Entlassungen mit einer «Fokussierung aufs Kerngeschäft».

Die Gewerkschaft Unia reagierte auf die Hiobsbotschaft mit einem scharfen Communiqué. Die erneute Entlassungswelle offenbare das unsoziale Gesicht eines der führenden Schweizer Detailhändler. Die Beschäftigten seien «schockiert», so die Gewerkschaft.

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Der Verlust der Arbeitsstelle ist immer ein traumatisches Erlebnis. Doch für die Betroffenen gibt es Hoffnung. Das zeigt eine Umfrage des Beobachters bei Fachmarkt-Betreibern und Detailhändlern. 

Bauhaus und Digitec bieten berufliche Perspektive

«Wir bedauern die Schliessung von M Do-it und sind gern bereit, den betroffenen Mitarbeitenden eine berufliche Perspektive zu bieten», schreibt die Bauhaus-Medienstelle. Gesucht seien Fachkräfte in den Bereichen Verkauf, Logistik und Handwerk. 

Auch bei Digitec Galaxus, die zu 70 Prozent der Migros gehört, klingt es positiv: «Wir ermuntern alle Interessierten, sich zu bewerben.» Im Kundenservice könne das spezifische Wissen der Do-it-Mitarbeitenden sehr wertvoll sein. Galaxus habe bereits in der Vergangenheit Mitarbeitende von Melectronics übernommen, als diese Filialen geschlossen worden seien. 

Lidl sucht laufend Leute

Lidl schreibt, bei ihnen seien derzeit 143 Stellen in den Bereichen Filiale, Lager und Büro ausgeschrieben. Als wachsendes Unternehmen in der Schweiz suche Lidl laufend qualifizierte Mitarbeitende in Filialen, Warenverteilzentren und Büros. «Wir laden alle Interessierten herzlich ein, sich bei uns zu bewerben.»

Die Migros will für betroffene Angestellte Anschlusslösungen innerhalb oder ausserhalb der Migros-Gruppe suchen. Wo keine gefunden werden, komme der Migros-Sozialplan zur Anwendung. 

Unterstützung gibt es auch bei den regionalen Arbeitsvermittlungsstellen. «Wir sind auf aktuelle Entwicklungen vorbereitet und können den Betroffenen weiterhin schnell eine Erstberatung anbieten», antwortet das Amt für Wirtschaft Zürich auf Anfrage des Beobachters. Im Verkauf, so schreibt das Amt für Wirtschaft und Arbeit Aargau, gebe es insbesondere im Einzelhandel grundsätzlich nach wie vor viele Stellen. 

Massenentlassungen: Das sind die Regeln

Bei Massenentlassungen muss sich der Arbeitgeber an bestimmte Regeln halten. Zuerst muss das Management ein Konsultationsverfahren mit den Sozialpartnern durchführen. Angestellte können Rechte geltend machen: Ein Sozialplan ist unter bestimmten Voraussetzungen gesetzlich vorgeschrieben. Darin werden Abfindungen oder Nachfolgelösungen festgehalten.

Ältere Arbeitnehmende trifft eine unerwartete Kündigung besonders hart. Arbeitgeber sollten daher bei langjährigen Mitarbeitenden nach sozialverträglicheren Lösungen suchen, hat das Bundesgericht entschieden. Wenn eine Firma das nicht tut, ist die Entlassung unter Umständen missbräuchlich. Der Beobachter rät: Gegen missbräuchliche Kündigungen müssen Betroffene während der Kündigungsfrist schriftlich protestieren. 

Massenentlassung: Informationen für Betroffene

Massenentlassungen bedeuten Stress. Wer hat Anspruch auf einen Sozialplan? Was, wenn ich im Mutterschaftsurlaub bin? Der Beobachter beantwortet weitere Rechtsfragen zur Massenentlassung und was Betroffenen zusteht.