Wer sich während der Ehe um Haushalt und Kinder kümmert, kann nach einer Scheidung nicht automatisch auf langjährigen Unterhalt zählen. Das Bundesgericht bekräftigt mit seinem Urteil das sogenannte «Primat der Eigenversorgung». Die Reaktionen der Beobachter-Leserinnen und -Leser fallen unterschiedlich aus.

Kritik am Bundesgerichtsurteil

Einige Leserinnen und Leser zeigen wenig Verständnis für den Entscheid. Leser Delf Bucher findet: «Als Mann schäme ich mich für den Ehemann, bei dem sich hier nicht intuitiv das schlechte Gewissen meldet und der stattdessen mit juristischen Finessen seine frühere Ehefrau austrickst.»

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Auch Leserin Cornelia Bailey kritisiert die Folgen des Urteils. «Kein Wunder, wollen viele Frauen keine Kinder mehr», schreibt sie. Das Gesetz sei «frauen- und kinderbetreuungsfeindlich». Den Kürzeren ziehe am Ende immer die Person, «die für die Familie jahrelang kostenlos gearbeitet hat».

Myriam Zisweiler kommentiert: «Mir tut diese Frau sehr leid. Ich finde das neue Ehe- und Scheidungsgesetz eine Frechheit.» 

Ähnlich sehen es mehrere Beobachter-Leserinnen und -Leser auf Social Media. «Die Arbeit einer Mutter zählt heute einfach nichts mehr», schreibt eine Nutzerin. Eine andere fordert: «Es wird Zeit, dass in solchen Konstellationen dem Partner Lohn bezahlt werden muss!»

Eigenverantwortung nach der Scheidung

Andere Stimmen begrüssen dagegen die heutige Rechtsprechung.

Marc Berchtold schreibt: «Absolut richtig.» Es sei «eine Frechheit» gewesen, wenn Männer ihre Ex-Frauen bis zur Pensionierung finanzieren mussten. Er kritisiert zudem, dass Väter trotz gemeinsamem Sorgerecht oft benachteiligt würden. 

«Frauen sollten immer mindestens Teilzeit arbeiten. Auch wenn die Kinder klein sind.»

Beobachter-Leserin

Nelly Rosenberg zieht aus dem Fall einen anderen Schluss. «Frauen sollten immer mindestens Teilzeit arbeiten. Auch wenn die Kinder klein sind.» So hätten sie später bessere Chancen, wieder ins Berufsleben einzusteigen.

In eine ähnliche Richtung geht auch ein Social-Media-Kommentar: «Dass geschiedene Frauen Eigenverantwortung übernehmen müssen und arbeiten gehen, hat auch mit Gleichberechtigung zu tun, ausnahmsweise zu Gunsten der Männer.»

Wie sehen Sie das?

Sollte jemand, der sich jahrelang um Haushalt und Kinder gekümmert hat, nach einer Scheidung länger finanziell abgesichert werden? Oder gilt das Prinzip der Eigenverantwortung zu Recht? Diskutieren Sie mit in der Kommentarspalte.