Ob CO2-Kompensationen ein sinnvolles Mittel für den Klimaschutz sind oder nicht – da scheiden sich die Geister (Lesen Sie dazu auch unseren Artikel über Greenwashing ). Das Beste fürs Klima ist, die eigenen Emissionen so weit wie möglich zu reduzieren – und allenfalls erst die unvermeidlichen Klimaschäden zu kompensieren. Klar ist: Unseriöse Projekte nützen dem Klima wenig, können ihm sogar schaden. Umso wichtiger ist es also, zu wissen, welche Projekte vertrauenswürdig sind.

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Transparenz:

  • In welches Projekt fliesst das Geld?
 Seriöse Vermittler oder Firmen machen transparent, welche konkreten Projekte mit Ihrem Kompensationsbeitrag unterstützt werden, wie viel CO2 damit eingespart wird und wie sich das Projekt auf andere Ziele der Nachhaltigkeit auswirkt (wie etwa auf den Erhalt und die Förderung der Artenvielfalt).
     
  • Sind die Finanzen offengelegt? In Jahresberichten und -rechnungen sehen Sie, wie ein Unternehmen das Geld einsetzt, das es aus dem Verkauf von CO2-Kompensationen eingenommen hat. Wenn es im Verhältnis zu den jährlichen Investitionen in Klimaschutzprojekte ein sehr hohes Vermögen hat, ist Vorsicht geboten.
     
  • Ist das Projekt von einer unabhängigen Prüfstelle zertifiziert? Die Ausgabe von CO2-Zertifikaten ist gesetzlich nicht geregelt. Alle können behaupten, mit einem Projekt den CO2-Ausstoss zu senken. Ein seriöses Projekt sollte sich zwingend von einer auf CO2-Vermeidung spezialisierten Drittstelle (etwa TÜV) zertifizieren lassen, die sich anspruchsvollen Standards verpflichtet hat.
     
  • Nach welchem Standard richtet sich das Projekt?
 Am freiwilligen Markt gibt es verschiedene Standards für die Ausgabe von Zertifikaten. Sie unterscheiden sich stark hinsichtlich ihrer Qualität. Grösster, aber auch umstrittenster Standard ist das US-amerikanische Verra, am anspruchsvollsten ist der in der Schweiz angesiedelte Gold-Standard.

Effektiver Klimaschutz:

  • Entspricht das Projekt dem Grundsatz der Zusätzlichkeit?
 Nur Klimaschutzprojekte, die ohne den Verkauf von Zertifikaten nicht realisiert würden, tragen effektiv zu einer CO2-Reduktion bei und sind «zusätzlich». Das ist eines der wichtigsten Kriterien für effektiven Klimaschutz. Achten Sie auf der Website des Projekts darauf, ob Zusätzlichkeit erwähnt wird.
     
  • Wie werden die eingesparten Emissionen berechnet?
 Laien können praktisch unmöglich überprüfen, ob die Berechnungsgrundlage für die Emissionen sinnvoll ist. Dennoch kann man zumindest darauf achten, ob das beim Projektbeschrieb überhaupt erwähnt wird und wie glaubwürdig es wirkt.
     
  • Senkt das Projekt die Emissionen dauerhaft?
 Klimaschutzprojekte müssen auf eine permanente oder zumindest längere Zeitspanne angelegt sein. Ein aufgeforsteter Wald etwa sollte nicht nach zehn Jahren bereits gerodet werden. Die Entwicklung, Umsetzung und Pflege von Projekten zusammen mit der lokalen Bevölkerung können ein Hinweis für die Dauerhaftigkeit sein.