Kinder wollen immer alles, was Erwachsene haben. Auch beim Einkaufen. Und so ist auch das Angebot für die Verkäuferliläden der Kleinen gross. Supermärkte verkaufen dafür Markenprodukte en miniature. Die Migros hat sogar einen eigenen orangen Einkaufskorb mit rund 50 Miniprodukten im Angebot. Alles Eigenmarken. Und grossteils mit sehr hohem Zuckergehalt.

Das stösst vielen Kundinnen und Kunden sauer auf. Sie tun ihren Unmut in Bewertungen der Migros kund.

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Sie habe ein Körbli für ihre Enkelin gekauft, schreibt da eine Grossmutter. Dieses habe zwölf Glace- sowie sieben Schoggi- und Guetslipackungen enthalten, aber weder Teigwaren noch Reis, Joghurt oder irgendwelche gesunden Produkte. Es sei schade, dass die Migros die Chance vergebe, bei der nächsten Generation als Vorbild voranzugehen, schreibt eine andere Kundin. Sie könnte sich bei den Kleinen als Vertreterin einer gesunden Gesellschaft darstellen.

Beim Testkauf bestätigt sich: Im Körbli stapeln sich neben Risoletto, Branche-Stängeli und Bärentatzen Süssgetränke und diverse Glace-Packungen. Die jüngste Kundschaft wird mit dem Körbli nicht nur auf die Migros-Marken getrimmt, sondern auch zu einem ungesunden Lifestyle verführt. Wer zu Hause ständig mit dem Miniatur-Glace spielt, will auch im Supermarkt ein richtiges Glace haben – und bestimmt weder Rüebli noch Vollkorncracker.


Im Widerspruch zu sich selbst

Ganz anders präsentiert sich die Migros auf ihren Plattformen. Dort stellt sie sich als Verfechterin eines gesunden Lifestyles dar. Auf der Familiensite Famigros mahnt sie, Kinder sollten von klein an Zucker nur massvoll geniessen. Und bietet Anleitungen für gesunde Kindersnacks.

Die Migros schreibt auf Anfrage, das Körbli sei in der Tat etwas monoton gefüllt. Man überarbeite aktuell den Inhalt. Voraussichtlich im Frühjahr 2023 werde es mit neuen Miniprodukten in den Verkauf kommen. Die Auswahl werde «zeitgemässer» sein und eine ausgewogenere Ernährung repräsentieren. Ob das Körbli dann nur noch Quinoa, Vollkornpasta und Broccoli enthält? Das würde manchen Eltern und Grosseltern wohl zu weit gehen.

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