Nicht für jede Renovation braucht es zwingend einen Fachmann. Oft sind die Ergebnisse ebenso gut, wenn ein ambitionierter Heimwerker Hand anlegt Do it yourself Zwei linke Hände? , ist Stefan Keller überzeugt. «Denn wer etwas selbst macht, ist in der Regel mit Begeisterung und Feingefühl bei der Sache», sagt der Wohnraumgestalter aus Staufen AG. Das notwendige Know-how holt man sich auf Youtube, in Fachzeitschriften oder bei einem befreundeten Handwerker.

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Mitbringen sollte man allerdings zwei Dinge: ein bisschen handwerkliches Geschick und Zeit. Gerade der zeitliche Aufwand werde häufig unterschätzt. Vor allem wenn man mit anderen Handwerkern zusammenarbeitet, muss man auch tagsüber auf der Baustelle sein.

Gibt es auch Arbeiten, die man besser bleibenlässt? Keller rät von Eingriffen in die Gebäudehülle ab, ebenso von sanitären Arbeiten. Denn eine unsachgemäss ausgeführte Isolation oder Duschwannen-Abdichtung kann grossen Schaden anrichten, der unbemerkt über Jahre hinweg entsteht.

Auch Arbeiten auf dem Dach und elektrische Installationen Elektroinstallation So trifft Sie nicht der Schlag sind ein No-Go für Amateure, aus Gründen der Sicherheit. Ansonsten ist man mit gutem Schuhwerk, einer Schutzbrille und Gehörschutz in den meisten Fällen auf der sicheren Seite.

malen

Beim Malen zuerst die Ränder streichen, dann die Flächen.

Quelle: Andrea Klaiber und Anne Seeger
1. Malen

Das sagt der Profi: Es lohnt sich, die Farben im Fachgeschäft oder beim Maler zu beziehen, denn nur mit dem richtigen Material wird man ein gutes Resultat erzielen. Dispersionsfarben beispielsweise sind einfach zu verarbeiten, dichten aber den Untergrund ab, was nicht immer sinnvoll ist. Die Vorbereitung sollte nicht unterschätzt werden, sie ist beim Malen Anleitung in 4 Schritten So streichen Sie Ihre Wand am besten die halbe Arbeit: Alle Teile, die nicht gestrichen werden, muss man sorgfältig mit gutem Malerklebband abdecken. Wer keine Erfahrung hat, kann ein einzelnes Zimmer vom Maler malen lassen, sich einige Tricks abgucken und den Rest des Hauses selbst tünchen. An lasierende Anstriche sollte man sich nicht wagen, weil sie schnell fleckig aussehen.

Gut zu wissen: Grundsätzlich von oben nach unten malen; zuerst die Ränder, dann die Flächen. Nass in Nass arbeiten. Farbreste im Fachhandel entsorgen.

 

Küchenfronten

Die Küchenfronten können mit wenig Aufwand nachgebessert werden.

Quelle: Andrea Klaiber und Anne Seeger
2. Küchenfronten

Das sagt der Profi: Der Maler streicht Küchenfronten nur ungern, weil die Investition nicht im Verhältnis zum Wert des Küchenmöbels steht. Wenn man den Einbau einer neuen Küche noch hinauszögern will, kann eine Pinselrenovation aber durchaus sinnvoll sein. Eine alte Küchenfront aus Kunstharz oder Holz kann man problemlos anschleifen und mit einer Natur- oder einer schneller trocknenden Kunstharzfarbe überstreichen. Nicht vergessen: vor dem Streichen alle Griffe abmontieren. Eine (geflieste) Küchenrückwand können Sie mit einer wasserabweisenden Farbe auffrischen.

Gut zu wissen: Es lohnt sich nicht, das Innere der Schränke und Kästchen zu renovieren. Die Schränke sollte man erst ersetzen, wenn die Küche komplett erneuert wird.

 

Bad und WC

Die Plättli im Bad zu überstreichen, erspart viel Mühe.

Quelle: Andrea Klaiber und Anne Seeger
3. Bad und WC

Das sagt der Profi: Plättli aus einem Bad oder WC herauszureissen macht viel Arbeit und Dreck. Einfacher geht es, wenn man sie nur überstreicht. Zuerst müssen die Fliesen gut entfettet werden, danach wird ein Haftgrund aufgetragen. In einer Nasszelle muss die Farbe besonders robust sein, deshalb ist eine Beratung im Fachhandel unerlässlich. Gestrichen wird über die Fugen.

Gut zu wissen: Auf dem Boden wird die Abnutzung schneller sichtbar werden als an der Wand, deshalb ist es sinnvoll, etwas Farbe zum Ausbessern beiseitezustellen. Alternativ können Sie direkt auf dem alten Boden neue Kacheln verlegen, sofern der Untergrund das zulässt.

 

täfern

Um ein Dach zu täfern, braucht es Geschick; für die Isolation den Fachmann.

Quelle: Andrea Klaiber und Anne Seeger
4. Täfern

Das sagt der Profi: Für Arbeiten mit Holz brauchen Sie etwas mehr handwerkliches Geschick und mehr Werkzeug als für Malerarbeiten. Dennoch können Sie beim Ausbau eines Dachstocks durchaus selbst Hand anlegen. Sie brauchen dazu Stichsäge, Kappsäge, Wasserwaage, Nagelpistole und einen Kompressor (eventuell im Fachgeschäft mieten). Und vorzugsweise ein Podest, darauf lässt es sich einfacher arbeiten als auf einer Leiter. Eine kräftige Helferin oder ein Helfer ist willkommen, da man es mit grösseren Bauteilen zu tun hat. Wichtig: Der Rost muss genau und gerade eingehängt werden, bevor man das Täfer darauf montiert.

Gut zu wissen: Das Isolieren sollte man dem Zimmermann überlassen oder sich zumindest von ihm beraten lassen. Denn die verschiedenen Isolationsschichten (Dampfbremse) müssen fachgerecht angebracht werden. Wenn dabei Fehler passieren, kann der Schaden verheerend sein.

 

einbaumöbel

Wer ein kleines Regal selber zimmert, sollte bei den Tablaren auf die Dicke des Holzes achten.

Quelle: Andrea Klaiber und Anne Seeger
5. Einbaumöbel

Das sagt der Profi: Ein offenes Schuhregal, eine offene Garderobe oder ein Fensterbrett können Sie mit relativ geringem Aufwand selbst zimmern. Wer bereits fertig zugeschnittene Holzbretter aus dem Baumarkt verwendet, muss das Holz nicht einmal auf Mass zuschneiden lassen. Man kürzt die Bretter je nach Projekt mit einer Stichsäge oder einer Handkreissäge auf die gewünschte Länge ein und schraubt sie zusammen. Sie werden von Hand geschliffen und geölt. Wenn das Möbel weiss werden soll, können Sie beschichtete Spanplatten verwenden. Wollen Sie es streichen, verwenden Sie MDF-Platten. Das sind feine Faserplatten, die man problemlos sägen, schleifen und streichen kann. Massivholzplatten eignen sich, wenn man sie roh belassen oder ölen will.

Gut zu wissen: Tablare bis 70 Zentimeter können 16 Millimeter stark sein, ab 70 Zentimetern verwendet man 22 Millimeter dickes Holz. Ab 120 Zentimetern braucht es verstärktes Material wie eine Dreischicht- oder eine Tischlerplatte.

 

Böden

Klickparkett, -kork oder -linoleum geht am einfachsten zum Verlegen.

Quelle: Andrea Klaiber und Anne Seeger
6. Böden

Das sagt der Profi: Um einen Kork- oder Linoleumboden, Teppich und Parkett zu verlegen, braucht man weder Leiter noch Gerüst, deshalb kann man diese Arbeiten gut selbst übernehmen. Auch ein Profi-Werkzeugkasten ist nicht vonnöten: Wer eine Stichsäge hat, um die Parketthölzer einzukürzen, oder ein Teppichmesser, um Linoleum oder Teppich zuzuschneiden, ist dabei. Ein neuer Bodenbelag kann über vorhandene Platten, nicht aber über einen Teppich verlegt werden, das wäre unhygienisch. Klickparkett, -kork oder -linoleum muss man nicht kleben, sondern bloss ineinanderklopfen, sie sind deshalb zu bevorzugen. Klickkork oder -linoleum enthält oft eine isolierende Korkschicht, was bei nicht unterkellerten Böden oder im Kinderzimmer empfehlenswert ist. Der Heimwerker verlegt Parkett mit Vorteil «schwimmend». Dabei wird das Holz auf eine Trittschallmatte aus Vlies oder Kork gelegt anstatt auf den Boden geklebt.

Gut zu wissen: Den Teppich lieber mehrmals schneiden als einmal zu knapp – ansetzen kann man nicht mehr. Und Vorsicht mit dem Messer: Man sollte immer von sich weg schneiden, damit man sich nicht ins Bein oder in die Hand schneidet, falls man abrutscht.

 

Abbrucharbeiten

Wer nicht vor Dreck zurückschreckt, kann alte Böden selber abbrechen.

Quelle: Andrea Klaiber und Anne Seeger
7. Abbrucharbeiten

Das sagt der Profi: Wer eine alte Küche selbst abbricht, kann bis zu 1000 Franken sparen. Auch alte Plättli in Nasszellen oder alte Böden können ohne grosses Fachwissen selbst entfernt werden. Hilfreich ist Abreisswerkzeug, also ein guter elektrischer Spitzhammer. Damit man keine Wasser- und Elektroleitungen beschädigt, arbeitet man in der Nähe dieser Leitungen besser von Hand, mit Hammer und Meissel.

Gut zu wissen: Wer eine ganze Wand entfernen will, muss vorher unbedingt einen Baustatiker beiziehen. Dasselbe gilt für einen Durchbruch nach aussen.