So bleiben Eier länger frisch
Steigende Nachfrage bei rückläufigem Angebot: Vor Ostern droht ein Eier-Engpass. Umso wichtiger ist es, vom raren Gut möglichst wenig zu verschwenden. Tipps, wie das gelingt.
Veröffentlicht am 2. April 2025 - 16:03 Uhr
Noch frisch? Oder schon hinüber? Dank einigen Kniffen zur richtigen Lagerung bleiben Eier länger geniessbar.
Die Menschen in der Schweiz mögen es oval: Jede Person hierzulande isst im Durchschnitt 195 Eier pro Jahr. Generell ist die Eier-Nachfrage in den letzten Jahren gestiegen – während die Produktion zuletzt rückläufig war. 2023 legten Hühner in der Schweiz knapp eine Milliarde Eier.
Aktuell kollidieren diese beiden Trends. Denn vor und während der Osterzeit steigt unser Appetit auf Eier zusätzlich um 16 Prozent, das hat der WWF herausgefunden. Es droht gerade ein Eier-Engpass.
Sensibilisierung gegen Verschwendung
«Deshalb gilt es jetzt besonders, die Verschwendung von Eiern dringlichst zu vermeiden», schreibt die Organisation Too Good To Go. Das Social-Impact-Unternehmen versteht sich als Bewegung gegen Foodwaste, also gegen die Verschwendung von Lebensmitteln.
In der Schweiz arbeitet das vor zehn Jahren gegründete dänische Unternehmen bereits mit rund 7000 Partnerbetrieben zusammen, namentlich Supermärkten, Bäckereien und Gastronomiebetrieben.
Wie Eier länger frisch bleiben
Weil Ostern die «Foodwaste-Hochsaison» ist, ruft Too Good To Go die wichtigsten Tipps in Erinnerung, wie Eier länger haltbar bleiben und nicht nutzlos im Abfall landen:
Nicht unnötig kühlen: Eine natürliche Schicht schützt das Ei bis zu 21 Tage nach dem Legedatum. In dieser Zeit wird es am besten bei Raumtemperatur gelagert.
Und wenn, dann richtig kühlen: Nach diesen drei Wochen gehört das Ei in den Kühlschrank – idealerweise aber nicht in die Kühlschranktür. Denn diese ist Temperaturschwankungen ausgesetzt, was die Haltbarkeit der Eier verringert. Besser im mittleren oder oberen Fach lagern.
Originalverpackt lassen: Die Eierschale ist porös und nimmt leicht Gerüche aus dem Kühlschrank auf. Die Verpackung verhindert das.
Spitze Seite nach unten: So bleibt bei der Lagerung die Luftkammer oben, was das Eindringen von Keimen verlangsamt.
Wenn man ein Ei in ein Glas kaltes Wasser legt, lässt sich auf einfache Weise prüfen, ob es noch gut ist.
- Bleibt es längs auf dem Boden des Glases liegen: Alles gut – das Ei ist frisch und problemlos essbar.
- Richtet es sich aufgrund der vergrösserten Luftkammer leicht auf: Das Ei ist noch gut, sollte aber bald verbraucht werden.
- Schwimmt es an der Oberfläche: Das Ei ist zu alt – und nicht mehr geniessbar.
Nicht waschen: Die natürliche Schutzschicht der Schale verhindert das Eindringen von Bakterien. Falls die Eier verschmutzt sind, am besten trocken abreiben.
Möglichst nicht kochen: Wenn Eier gekocht werden, sind sie nicht lange haltbar. Denn im heissen Wasser verliert die Schale ihre schützende Beschichtung. Selbst gekochte Eier sollte man im Kühlschrank lagern und innert fünf Tagen konsumieren.
Nicht vorschnell wegwerfen: Gemäss einer repräsentativen Umfrage werfen 16 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer ihre Lebensmittel am ersten Tag, an dem das angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht ist, sofort weg. Das muss nicht sein: Dieses Datum sagt lediglich aus, dass ein Produkt bis zu diesem Tag bei richtiger Lagerung Geschmack, Geruch, Nährwert und Beschaffenheit behält. Ob Eier nach diesem Stichtag noch geniessbar sind, lässt sich leicht prüfen: mit dem Wassertest (siehe oben).
- Bundesamt für Landwirtschaft: Agrarbericht 2024: Fleisch- und Eierproduktion
- Bundesamt für Landwirtschaft: Eier, Eierprodukte und Marktentlastungsmassnahmen Eier
- Too Good To Go: Foodwaste-Hochsaison Ostern – trotz Eierknappheit
- Too Good To Go: Generationenkluft beim Lebensmittelkonsum
- WWF: Nicht-so-«Frohe Ostern» für die Natur