Was ist das RS-Virus?

RSV steht als Abkürzung für das menschliche Respiratorische-Synzytial-Virus. Es ist ein weltweit verbreiteter Erreger von Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege und gehört zur selben Familie von Viren, die auch Masern oder Mumps hervorrufen.

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Die Übertragung erfolgt vor allem durch Tröpfcheninfektion oder über kontaminierte Hände, Gegenstände oder Oberflächen. Von der Infektion bis zum Auftreten erster Symptome dauert es in der Regel zwei bis acht, im Durchschnitt etwa fünf Tage.

Die Symptome ähneln einer Erkältung, also Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und Fieber. In den meisten Fällen klingt die Krankheit nach einer Woche wieder ab. In der Schweiz treten RSV-Infektionen besonders oft zwischen November und April auf.

Wer ist von der Krankheit besonders betroffen?

Grundsätzlich können die Infektionen alle treffen – unabhängig vom Alter. Am häufigsten treten sie aber in den ersten zwei Lebensjahren auf. Bis zum Ende des zweiten Lebensjahres haben fast alle Kinder mindestens eine RS-Virus-Infektion durchgemacht. Ältere Kinder und Erwachsene entwickeln meistens nur leichte, erkältungsähnliche Symptome.

Die akute Bronchiolitis, also die Entzündung der unteren Atemwege, ist eine häufige Infektionskrankheit bei Kindern in den ersten beiden Lebensjahren. In den allermeisten Fällen wird die Krankheit durch das RS-Virus verursacht.

Wie gefährlich ist das Virus?

Bei Säuglingen oder Kleinkindern verläuft eine RSV-Infektion im Allgemeinen schwerer. Bei ihnen kann sie leichter von den oberen auf die unteren Atemwege übergreifen. Da die Atemwege von Säuglingen relativ eng sind, werden der untere Teil der Atemwege und das Lungengewebe besonders in Mitleidenschaft gezogen. Häufig kommt es zu einer Bronchitis, teilweise auch zu einer Entzündung der kleinen Bronchien oder einer Lungenentzündung.

Das Robert-Koch-Institut schreibt, dass sich weltweit etwa 48 von 1000 Kindern im ersten Lebensjahr mit dem RS-Virus anstecken. Davon verlaufen fünf bis sechs Fälle schwer. Ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben vor allem Frühgeborene, Babys mit einer Herz- oder Lungenkrankheit oder einem schwachen Immunsystem. In der Schweiz wird ein Prozent der Kinder, die sich mit dem RS-Virus infizieren, wegen eines schweren Verlaufs ins Spital eingeliefert.

Wie erkenne ich, ob mein Kind am RS-Virus erkrankt ist?

Hinweise auf eine Infektion geben die RSV-typischen Symptome, wie oben beschrieben. Sicher nachgewiesen werden kann eine Erkrankung nur mittels Antigen- oder PCR-Test. Dabei wird ein Nasen-Rachen-Abstrich gemacht.

Was muss ich tun bei Verdacht auf RS-Virus?

Leichte Symptome können zu Hause behandelt werden. Ausreichend Flüssigkeit und fiebersenkende Massnahmen helfen. Auch schleimlösende Dampfbäder tun gut sowie Nasentropfen, die den Nasenraum freihalten. Wenn ein Kind Mühe hat zu atmen, sollte der Oberkörper hochgelagert werden.

Bei einer gravierenden Erkältung sollte aber zur Sicherheit immer ein Arzt aufgesucht werden. Insbesondere wenn sich der Gesundheitszustand verschlechtert oder ein Kind an einer Vorerkrankung leidet. Auch wenn ein Säugling jünger als zwei Monate alt ist und Verdacht auf eine RSV-Infektion besteht, sollte man lieber einmal zu viel zum Arzt gehen.

Wie schütze ich mein Kind vor RSV?

Bisher stand in der Schweiz nur Personen über 60 Jahren eine Schutzimpfung gegen das RS-Virus zur Verfügung. Seit 1. Oktober 2024 wird neu auch eine passive Immunisierung für Säuglinge, die ihre erste Wintersaison erleben, empfohlen. Kinder, die zwischen April und September geboren wurden, können die Schutzimpfung beim Kinderarzt erhalten. Babys mit Geburtsdatum im Oktober 2024 oder später sollen bereits in der ersten Woche nach der Geburt, möglichst noch im Spital, immunisiert werden.

Hinweis: Dieser Artikel wurde erstmals am 18. November 2022 veröffentlicht und am 1. Oktober 2024 aktualisiert.
 

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