Callfilter gegen unerwünschte Werbung: Was sich jetzt ändert
Swisscom und Sunrise aktivieren neu für alle Kunden automatisch einen Callfilter. Der Beobachter erklärt, welcher Anbieter was macht und was man selbst tun kann.
Veröffentlicht am 1. April 2025 - 17:09 Uhr
Swisscom und Sunrise aktivieren den Werbefilter erst jetzt automatisch für alle Kundinnen und Kunden.
Seit 1. Juli 2021 müssen Telekomanbieter ihren Kundinnen einen Filter zur Verfügung stellen, der unerwünschte Werbeanrufe blockiert. Der Filter nutzt Algorithmen und eine umfangreiche Datenbank, um lästige Werbeanrufe zu erkennen und zu blockieren. Er erkennt zum Beispiel häufige Anrufe zu ungewöhnlichen Uhrzeiten. Weiter gefiltert werden Anrufe, die den Sterneintrag missachten, oder solche, die mehrmals pro Tag von der gleichen Nummer erfolgen. Geblockt werden auch ungültige Nummernformate, bekannte Spam-Nummern oder solche, die häufig auf Kunden-Sperrlisten auftauchen.
Swisscom, Sunrise, Salt und ihre Tochterunternehmen haben einen solchen Filter zwar eingerichtet, aber nicht alle Anbieter haben ihn auch automatisch aktiviert. Bis jetzt mussten Kunden deshalb teils selbst aktiv werden, um vom Filter zu profitieren. Der Beobachter erklärt, was sich ändert und ob man noch etwas unternehmen sollte.
Swisscom aktiviert Filter schrittweise
Bei Telefonabos, die seit September 2024 bei der Swisscom abgeschlossen worden sind, werden unerwünschte Werbeanrufe automatisch aussortiert. Festnetzkunden, die schon länger dabei sind, sollen mit ihrer Märzrechnung darüber informiert werden, dass die Swisscom den Filter automatisch aktiviert. Bei den Mobilekundinnen wird das im Lauf des Jahres geschehen. Wer nicht so lange warten will, kann den Filter schon jetzt selbst einschalten. Auch bei Wingo, Coop Mobile und M-Budget Mobile kann der Filter online aktiviert werden.
Sunrise hat verschiedene Filter, Salt vorbildlich
Auch bei Sunrise sollen Werbeanrufe schrittweise automatisch unterdrückt werden. Auf Anfrage des Beobachters teilte der Anbieter mit, dass Sunrise unlautere Anrufe auf dem Mobil- und dem Festnetz schon seit 2019 automatisch blockiere. Seit 2021 gebe es einen zusätzlichen Filter, der seit Anfang 2024 für alle Neukunden automatisch aktiviert werde. Für alle anderen Kundinnen habe man diesen nun auch «zum weitaus grössten Teil» automatisch eingeschaltet.
Am besten prüft man den aktuellen Status online im Kundenkonto, wo man den Filter auch ein- oder ausschalten kann. Zum Sunrise-Netz gehören auch Aldi Suisse Mobile, Digitec Connect, Lebara Mobile, Ok. Mobile, Quickline Mobile, Talk Easy Mobile, Talktalk Mobile und Yallo.
Salt und Quickline sortieren nach eigenen Angaben schon seit der Gesetzesänderung im Jahr 2021 bei allen Kunden automatisch unerwünschte Anrufe aus.
Unerwünschte Anrufe trotz Filter – was tun?
Werbeanrufe trotz Sterneintrag im Telefonbuch sind unlauter. Das gilt auch für Anrufe auf Nummern, die gar nicht im Telefonbuch eingetragen sind. Man kann beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) online Beschwerde einreichen. Das Seco sammelt die Beschwerden und kann einen Strafantrag stellen. Ausgenommen sind Werbeanrufe von Firmen, bei denen man bereits Kunde ist.
Falls die Werbefilter nicht effizient funktionieren, meldet man die unerwünschten Nummern dem Kundenservice des Anbieters. Je öfter eine Nummer gemeldet wird, desto eher wird sie künftig herausgefiltert. Melden Sie sich bei Sunrise per Mail an abuse@sunrise.ch, bei der Swisscom auf www.swisscom.ch/callfilter und bei Salt unter der Telefonnummer 0800 700 700.
Bei den meisten Smartphones kann man zudem Anrufe mit unterdrückter oder unerwünschter Nummer in den Einstellungen sperren.
- Swisscom: Aktivierung Callfilter
- Sunrise, Salt: Medienanfrage des Beobachters
- Stiftung für Konsumentenschutz: Swisscom und Sunrise aktivieren Filter gegen Werbe- und Betrugsanrufe!
- Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco): Beschwerde wegen unerbetener Werbeanrufe
1 Kommentar
LOL - Quickline filtert seit 2021. Habe heute immer noch die gleichen nervigen Typen die anrufen. Bei Quickline und TalkTalk muss ich jede einzelne Nummer manuell ins Sperrregister eintragen. Nix von automatisch, Quickline.